Geschäfts(feld)strategie und Technologiestrategie

Strategien dienen als Voraussetzung für eine effiziente Realisierung der Unternehmensziele einschließlich der Schaffung von Wettbewerbsvorteilen. Die Notwendigkeit zur Anpassung einer Strategie ergibt sich aus externen oder internen Veränderungen. Beispiele hierfür reichen von Veränderungen des Kundenverhaltens über das Auftreten neuer Technologien oder Wettbewerber bis hin zu neuen Geschäftsmodellen, was aktuell unter dem Begriff „Digitalisierung“ allgegenwärtig ist. Die Unternehmen sind also gezwungen, ihre Strategie regelmäßig zu überprüfen und den Zielen sowie den Rahmenbedingungen anzupassen.

Während sich quattron bei Technologiestrategien vorwiegend mit dem optimalen Einsatz von unternehmensrelevanten Technologien beschäftigt, geht es bei Geschäfts(feld)strategien in erster Linie um markt- und wettbewerbsspezifische sowie organisatorische Fragestellungen des Unternehmens.

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Stefan Lossau

Geschäfts(feld)strategie

Im Rahmen einer Geschäfts(feld)strategie stehen Infrastrukturunternehmen insbesondere vor der Herausforderung, trotz hoher Investitionssummen im Milliardenbereich und langer Investitionszyklen von 30 bis 50 Jahren möglichst flexibel genug zu bleiben, um dennoch kurzfristig auf veränderte Kunden- und Umweltanforderungen reagieren zu können.

Vor diesem Hintergrund werden bei der Erstellung einer Geschäfts(feld)strategie primär folgende Ziele verfolgt:

  • Ausrichtung des Unternehmens auf die Marktanforderungen
  • Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit u.a. durch Prozesseffizienz und Einsatz innovativer Technologien und Sicherung eines nachhaltigen Wettbewerbsvorteils
  • Ressourceneffiziente Erreichung der Unternehmensziele
  • Erhaltung kurzfristiger Flexibilität trotz langfristiger Weichenstellungen

Eine Geschäfts(feld)strategie wird von quattron in einem transparenten und nachvollziehbaren Prozess erstellt. So wird zunächst die Ausgangslage des Geschäftsfeldes identifiziert und beurteilt, um dann bei der folgenden, eigentlichen Strategieformulierung und -quantifizierung ausgewählte Handlungsoptionen weiter zu verfeinern und Teilstrategien abzuleiten. Zusätzlich werden aus den Unternehmenszielen weitere strategische Stoßrichtungen für die Geschäftsfeldstrategie abgeleitet. Hierauf aufbauend werden die strategische Vision und die strategischen Ziele formuliert und ggf. eine dazu passende Zielorganisation entworfen. Begleitet wird die gesamte Strategieformulierung durch eine quantitative Überprüfung mittels Business Cases. Den Abschluss der Geschäftsfeldstrategie bildet die Umsetzungsplanung (organisatorisch, personell, vertraglich).

Eine Vertiefung der Geschäfts(feld)strategie hinsichtlich Beschaffung, Finanzierung und Migrationsplanung sowie eine Unterstützung der Strategieumsetzung mit Organisationskonzepten und Vergabe-/Lieferantenmanagement sowie Begleitung der Strategieumsetzung mit Projekt- und Changemanagement sind bei Bedarf möglich.

Technologiestrategie

Technologien haben inzwischen für die Wettbewerbsposition eines Unternehmens eine elementare Bedeutung erlangt. Ein besonderer Schwerpunkt von quattron ist die Entwicklung von Technologiestrategien für Unternehmen mit infrastrukturellem Hintergrund.

Im Rahmen einer Technologiestrategie verfolgt quattron mit der Entwicklung und dem Einsatz optimaler und aufeinander abgestimmter Technologien primär drei Ziele:

  1. Senkung / Optimierung der Lebenszykluskosten von eingesetzten Technologien
  2. Effizienzsteigerung der Primär- und Sekundärprozesse (sowie ggf. Kapazitätssteigerung der Wertschöpfungskette)
  3. Qualitätssteigerung der Primär- und Sekundärprozesse

Nach Ableitung der für die Technologie relevanten strategischen Stoßrichtungen wie Wertschöpfungstiefe, Betreibermodelle, etc. werden zunächst Geschäftsprozess-orientiert die Anforderungen der Anwender bzw. Bedarfsträger ermittelt. Dann geht es darum, die Rahmenbedingungen des aktuellen Technologie-Einsatzes und die Markttrends für die betreffenden Technologien zu ermitteln, um ausgehend vom Status Quo alle Anforderungen an die Technologie erfüllen zu können. Schließlich werden dann die strategischen Ziele für die Technologie hinsichtlich Architektur und verantwortlicher Organisation formuliert sowie die Budget- und Personalbedarfe einschließlich Rahmenbedingungen wie Verrechnungsmodellen bestimmt. Bei den organisatorischen Fragestellungen geht es vor allen Dingen darum, mit Hilfe standardisierter Organisations- und Prozessmodelle und Regelung klarer Verantwortungen die Life Cycle Costs der eingesetzten Technologien zu optimieren sowie die Qualitätsziele sicherzustellen. Eine Technologiestrategie schließt quattron grundsätzlich mit einem Umsetzungsplan einschließlich Migrationsstrategie ab.

Die Umsetzung der Strategie im Unternehmen muss letztendlich durch das Handeln der Mitarbeiter in ihren jeweiligen Kompetenzbereichen erfolgen, daher ist die Begleitung durch ein Change Management grundsätzlich sinnvoll.

Bei der Strategieentwicklung haben wir uns auf folgende Technologiebereiche spezialisiert:

  • Informationstechnologie (IT)
  • Telekommunikation (TK)
  • Leit- und Sicherungstechnik (LST)

IT-Strategie

Die IT-Strategie eines Unternehmens definiert die grundlegende Rolle der IT innerhalb der Geschäftsstrategie des Unternehmens. Sie definiert Grundprinzipien, die Ausgestaltung und die Architekturen der IT sowie die Erbringung der IT-Leistungen. Entlang der Wertschöpfungskette eines Unternehmens findet sich kaum ein Bereich, der ohne Informationstechnologie auskommt. Nur eine IT, die bestmöglich auf die strategischen Zielsetzungen des Unternehmens abgestimmt ist, kann deren erfolgreiche Umsetzung wirkungsvoll unterstützen. Es gilt, in dem Spannungsfeld von im Wettbewerb miteinander stehenden Anforderungen die bestmögliche IT-Strategie festzulegen. Organisation, Prozesse, Anwendungslandschaft sowie Infrastruktur und Technologieeinsatz müssen in ihrem Zusammenwirken optimal auf die geschäftskritischen Erfolgsfaktoren ausgerichtet werden. In Folge dieser strategischen Neuausrichtung bedarf es meist auch einer Anpassung der IT-Prozesse und der IT-Organisation sowie der IT-Governance, um die im Vorfeld gesteckten Ziele zu erreichen.

TK-Strategie

Die TK-Strategie ist oftmals das Bindeglied zwischen den verschiedenen Technologien in einem Infrastrukturunternehmen, da die übertragungstechnischen Verbindungen der Telekommunikation auch von der Informationstechnologie sowie der Leit- und Sicherungstechnik genutzt werden kann bzw. sollte. Insofern gilt es, die verschiedenen Anforderungen in einer konsolidierten TK-Strategie zu bündeln und eine leistungsfähige TK-Infrastruktur zur Unterstützung der Geschäftsziele zu realisieren. Als bedeutender Leistungs- und Kostenfaktor ist die Telekommunikation hierzu ein erfolgsversprechender Hebel. In Folge dieser strategischen Neuausrichtung bedarf es meist auch einer Anpassung der TK-Prozesse und TK-Organisationen, um die im Vorfeld gesteckten Ziele zu erreichen. quattron hat sich insbesondere auf die Begleitung der Einführung von privaten TK-Netzen wie GSM-R bei Eisenbahnen und BOS für Behörden mit Sicherheitsaufgaben (Polizei, Feuerwehren, Rettungsdienste, Technisches Hilfswerk, usw.) spezialisiert.

LST-Strategie

Die Strategie für die Leit- und Sicherungstechnik eines (Eisenbahn-) Infrastrukturunternehmens wird ganz wesentlich von gesetzlichen, politischen, betrieblichen und eben auch technologischen Rahmenbedingungen und Anforderungen beeinflusst. Wesentliche politische und gesetzliche Rahmenbedingungen umfassen die europäische Interoperabilität, den diskriminierungsfreien Netzzugang und die verfügbaren Finanzmittel. Während die am Markt verfügbaren Technologien und deren Innovationspotenziale sowie die Verkehrsprognosen weitere externe Rahmenbedingungen darstellen, sind im Rahmen einer LST-Strategie durch die Infrastrukturunternehmen insbesondere die internen betrieblichen Anforderungen zu berücksichtigen.

Infrastrukturunternehmen stehen vor der Aufgabe, mittels einer langfristig ausgerichteten LST-Strategie innerhalb der vorgegebenen Rahmenbedingungen die Leistungsfähigkeit, Verfügbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Netzinfrastruktur dauerhaft sicherzustellen.

Bei der Formulierung einer LST-Strategie ist nicht nur der Ersatz veralteter Technologien und Anlagen sondern auch die Migration von Teilsystemen z.B. aufgrund technischer Abhängigkeiten zu berücksichtigen.

Im Rahmen der Strategieentwicklung spielen natürlich zunächst technologische Innovationen eine große Rolle. Der allgemeine Trend zur Standardisierung, Modularisierung und Digitalisierung z.B. in der Informations- und Kommunikationstechnik sowie die zunehmende Nutzbarkeit von Industriekomponenten machen auch vor dem sicherheitsrelevanten Bereich der Leit- und Sicherungstechnik nicht halt. Hierdurch können deutliche Kostenvorteile über alle Lebenszyklus-Phasen der Leit- und Sicherungstechnik realisiert werden, allerdings sind hiermit auch Veränderungen in der Kompetenzverteilung entlang der Wertschöpfungskette verbunden.

quattron hat sich insbesondere auf die Begleitung der Einführung von ERTMS spezialisiert.